Nein das wird hier keine Zusammenfassung einer erfolgreichen Fernsehserie. Aber das hier könnte als Grundlage für die Verfilmung meines Lebens dienen. Aber jetzt erstmal genug dazu, let’s go!
Als ich 2016 mein Abitur machte, hatte ich noch die Absicht, in die Schweiz auszuwandern. Ich hatte mich zuvor in dieses Land beziehungsweise in die Stadt Bern verliebt und dort in einer grossen Firma etwas gearbeitet und einige wertvolle Kontakte geknüpft. Dass mein Vater dort seit längerer Zeit erfolgreich eine wichtige Position besetzt, war mir natürlich auch zum Vorteil. Auf jeden Fall hatte die Firma dann interne Umstrukturierungen, Einstellungsstop und Weiteres und ich hatte dann die Entscheidung getroffen, statt mich dort normal zu bewerben, lieber in Deutschland zu bleiben, erstmal zu studieren und dann in die Schweiz zu gehen. Das war 2016 und nun in 2022 lebe ich in der Schweiz doch es kam alles anders als geplant.
Mein Studium interessierte mich nur mässig und wenn ich gerade nicht beim Sport war, dann war ich bei der Mutter meiner damaligen Freundin zu Hause. Und dies hatte einen viel grösseren Einfluss auf mein späteres Leben als ich jemals vorher gedacht hätte. Durch sie lernte ich nicht nur das Leben wohlhabenderer Menschen kennen, sondern eine ganz neue Sicht aufs Leben. Morgens lasen wir zusammen die wirtschaftlichen Neuigkeiten, spekulierten über die Auswirkungen, schauten uns Aktienkurse und Bilanzen an. Sie gab mir wichtige Werke wie „Rich Dad Poor Dad, Cashflow Quadrant“ und „Investment-Punk“ mit und schnell formte sich mein Mindset um. Ich merkte, dass ich in meinem Informatikstudium weniger praxisnah und relevantes über die Wirtschaft lernte, als in meinem neuen Zuhause. Es ging allerdings nicht nur die ganze Zeit um Geld, es ging eher vielmehr die meiste Zeit darum, wie man mehr Lebensqualität gewinnt und ein erfülltes Leben führt. Sie hatte eine für mich damals unvorstellbar hohe Summe für Seminare und Weiterbildung ausgegeben, dadurch ihr Leben umgekrempelt und durch ihren Einfluss passierte selbiges bei mir. Wenn du den Spruch kennst:“Du bist der Durchschnitt der 5 Personen mit denen du am meisten Zeit verbringst“ , dann weisst du was ich meine. Ich fand ihre Ideen und Ansichten super faszinierend und liebte es mit ihr zu philosophieren. Wenige Monate nachdem wir uns kennen gelernt hatten, fragte sie mich, ob ich mich freuen würde, wenn sie mir zu Weihnachten ein Training in der Akademie schenkt, die sie selbst so oft besucht hat. Dieses 3tägige Training hätte circa 500€ gekostet und ich mit meinem damaligen Mindset wusste gar nicht wie ich damit umgehen sollte. Natürlich lehnte ich das Angebot ab, denn das habe ja einen viel zu hohen materiellen Wert und so etwas kann ich doch nicht annehmen. Gehört sich nicht. Sie meinte jedoch zu mir, sie würde es mir gerne schenken und sich freuen wenn ich etwas für mich mitnehmen kann und/oder dort ein oder zwei Fragen stelle. Auch das hatte mich nicht dazu gebracht, das Geschenkt anzunehmen, denn ich habe ja gar keine Fragen und sei eh noch recht jung. Ich warte lieber ein paar Jahre bis es sich auch wirklich lohnt so ein Geschenkt anzunehmen. Lächelnd nahm sie meine Antwort entgegen. Ein paar Tage später war ein Freund von ihr zu Besuch, ein ehemaliger Kollege aus ihrem Medizinstudium, welcher mehrere Jahre lang eine eigene Arztpraxis führte, sehr viel (Lebens)erfahrung hat und mit dem ich mich auf Anhieb super Verstand. Im Laufe des Gespräches kamen wir auf das angebotene Weihnachtsgeschenk zu sprechen und es kam zu einem weiteren Schlüsselelement meines Lebens. Er sagte:“Ich habe nicht die selben Seminare besucht wie sie, allerdings funktionieren sie ähnlich und ich vertraue ihr da. Wenn du mit 40 Jahren dieses Seminar/Training besuchst, dann wirst du dich ärgern, dass du 20 Jahre deines Lebens ohne dieses Wissen verbracht hast“. Mich haben diese Worte wie ein Blitz getroffen, ich nahm das Geschenk an und mittlerweile stimme ich dieser Aussage zu mehr als 100% zu! Das Seminar bzw Training (so heisst es und so ist es auch aufgebaut) hatte einen extremen Einfluss auf mich und nun hatte ich also eine starke Veränderung meines Mindsets einmal im Bezug zu Geld und über das Leben generell. Ich wollte mein Studium gar nicht mehr zu Ende bringen und in einen öden Bürojob gehen. Ich wollte Unternehmer werden eigene Projekte aufbauen. Ich wollte dieses Studium nicht mehr, sondern frei sein. Es gab nur ein Problem. (Heute weiss ich, dass es keine Probleme, sondern Herausforderungen gibt. Damals wusste ich es noch nicht). Ich hatte wenig finanzielle Mittel zur Verfügung und monatliche Fixkosten, da ich nicht mehr im elterlichen Haushalt wohnte und auch nicht mehr zurück wollte. Also brauchte ich Geld und Zeit. Und das, so erhoffte ich mir, kann ich mir durch 2 Jahre Bundeswehr holen.
Ich ging also für 2 Jahre zur Bundeswehr. Also eigentlich erst für 15 Monate, aber ich merkte dass es nicht reichte und erhöhte dann auf 23 Monate. In dieser sehr lehrreichen und verdammt anstrengenden Zeit (es war eine andere Welt! Dazu aber vielleicht irgendwann mal mehr) verdiente ich mehr Geld als meine studierenden Freunde und konnte mehrere tausend Euro zur Seite legen. Des Weiteren war ich montags bis freitags in der Kaserne und hatte ab circa 17 Uhr abends viel Zeit und wenig Ablenkung. Ich nutzte die meiste Zeit damit, mich finanziell und unternehmerisch weiter zu entwickeln und wollte nebenbei auch mit einer Selbstständigkeit anfangen und etwas aufbauen. Dazu hatte ich bei einem grossen Versicherungsunternehmen Seminare besucht und Termine vereinbart und gelernt wie ich Datenerhebungen durchführen kann um, damit anschliessend deren finanzielle Situation verbessert werden kann, sie dadurch mehr Geld zur Verfügung haben und ich auch mein Geld verdiene. Der Plan war an und für sich super, allerdings hat die Bundeswehr es mir nicht erlaubt, eine Nebenerwerbstätigkeit auszuüben und so musste ich es aufs Eis legen. Also wollte ich mit den Versicherungen durchstarten, wenn ich aus der Bundeswehr raus bin. Am 30.04.2020 war es soweit.
Wie du vielleicht am Datum erkennst, war da Corona voll gegenwärtig. Isolation war an der Tagesordnung und die damals üblichen Termine bei den Kunden zu Hause konnten nicht stattfinden. Damals war Zoom noch unbekannt und das digitale Arbeiten in dieser Branche sowieso noch nicht allzu vertreten. Ich war aufgeschmissen, weil ich so doch nicht mein Geld verdienen konnte. Ich überlegte also, wie ich denn smart und online Geld verdienen kann.
Ich lernte Affiliate Marketing kennen, kaufte mir für circa 200€ einen Kurs dafür und arbeitete mich dort ein. Da hiess es, um erfolgreich zu verkaufen muss man Beziehungen mit anderen Menschen aufbauen. Ich fing also an auf Instagram mit fremden Menschen zu schreiben um Beziehung aufzubauen und ihnen besser verkaufen zu können. Und so lernte ich meinen nächsten Mentor kennen, nachdem wir ein Telefonat geführt und uns super über Quantenphysik unterhalten haben. Ausserdem verkaufte er MIR etwas, und zwar trat ich seinem Team bei einem neuen, aufstrebenden Unternehmen, bei.
Der Beitritt in dieses neue Unternehmen kostete mich 247€ monatlich, 24 Monate lang. Meine Hauptabsicht mit dieser Investition war es, mich persönlich weiterzuentwickeln und viel zu lernen. Und genau das geschah auch. Wir hatten wöchentlich Schulungen über Verkauf, Mindset, Coaching etc. Ich lernte neue Menschen und Coaches kennen, nahm einen Privatkredit und eine Finanzierung auf und besuchte Schulungen und Seminare. Auf diesen Veranstaltungen, die insgesamt über 40.000€ kosteten, lernte ich Verkaufen, Hypnose, NLP, mehr unternehmerisches Denken und eine Menge Leute kennen. Ich lernte auch, dass das neue Unternehmen, in welches ich mich eingekauft hatte, mir nicht nur eine Menge beibringen kann, sondern ich daran auch gutes Geld verdienen kann. Also fing ich dort mit Vertrieb an, war sehr erfolgreich, wurde innerhalb eines Monats zum Teamleiter, fing selber an Schulungen zu geben und Onlineseminare zu halten. Mein Team wuchs rasant und mit grosser Unterstützung meines Teams sind wir innerhalb einiger Monate auf über 100 Leute angewachsen, für die ich wöchentlich einen Schulungscall führte. Es war eine spannende Zeit, ich war in Österreich in den Bergen auf ein Teamleiter-Treffen und hatte dort eine NLP Session. Mega cooles Gefühl. Wir waren ein junges und aufstrebendes Unternehmen und dort in Österreich gab ich das Commitment für ein Offline Seminar, welches ich alleine organisiere und dort auch eine Rede halte. Ich wuchs über mich selbst hinaus, wir hatten circa 30 Gäste, viel mehr als erwartet. Man bedenke es war immer noch Corona Zeit und es ist echt herausfordernd Menschen mit gesellschaftsfremden Themen zu erreichen. Darauf folgend veranstalteten wir weitere Seminare, ich war dann viel unterwegs, ich Frankfurt, in Fulda, in Hannover und sonst noch wo. Während andere sich zu Hause verkrochen und die Pandemie abwarteten, traf ich eine Menge interessanter Leute und auch meine Liebe des Lebens. Aufgrund der kostenpflichtigen Seminare war ich in Frankfurt, Am Bodensee, in München, in Kassel, in Bad Soden, aber auch ausserhalb von Deutschland. In Bosnien hatte ich meine Ausbildung zum NLP Master und auf Zypern hatte ich eine sehr spirituelle Ausbildung. Aufgrund moralischer Gründe verliess ich allerdings das junge Unternehmen, welches den Sitz von Frankfurt nach Dubai verlegte. Mittlerweile hatte ich eine Menge wichtiger Kontakte geknüpft und kenne viele verschiedene Unternehmer und weiss nun an wen ich mich für Finanzierungen, an wen für Immobilien, an wen für spirituelles Coachung etc etc wenden kann. Auf einem der weiteren Seminare lernte ich dann einen der besten Steuerexperten des deutschsprachigen Raumes kennen. Da wir auf einer ähnlichen Frequenz schwangen, kamen wir schnell in Kontakt und wie es sich herausstellte, hatte er ein Unternehmenskomplex erfolgreich aufgebaut und wollte nun einen Vertrieb aufbauen, während ich nach etwas suchte, das ich vertreiben konnte. Nachdem wir einige Sachen geklärt hatten, nahm ich den Aufbau des Vertriebes an und wir bauten zusammen ein neues Unternehmen auf, mit Fokus auf Existenzgründung und Steuern. Zusätzlich ging ich bei einem weiteren Coach eine Verpflichtung von circa 30.000€ ein, damit er mich als Vertriebsleiter ausbildet, da dies meine neue Funktion war. Dies wurde dann von beiden Seiten nicht eingehalten, ist aber ein anderes Thema. Es war eine ganz neue und spannende Erfahrung für mich, von Anfang an beim Aufbau eines Unternehmens dabei zu sein und die Richtung zu formen.
Wir suchten uns ein neues Büro und ich bereitete meinen Umzug nach Hessen vor, damit ich in der Nähe der Arbeit bin, da die Arbeit zu der Zeit mein Leben war. Ich erinnerte mich noch sehr gut an den ersten Umsatz für unser neues Unternehmen, ich machte ihn per Telefon in meinem Schlafzimmer. 24.000€ am Telefon! Geiler Start, oder? Wir entwickelten uns schnell und weiter und anfangs waren wir nur zu zweit, doch bald schon hatten wir einen festangestellten Foto/Videograf, welcher vorher für ein paar der erfolgreichsten deutschen Trainer gearbeitet hat. Wir hatten eine eigene Social Media Assistentin, eine Texterin und einen eigenen Website und CRM Designer. Die Ausgaben wuchsen schneller als die Einnahmen, der Lohn der mir nicht zuverlässig ausgezahlt werden konnte, reichte nicht für meine Ausgaben und statt in eine neue Wohnung zu ziehen, zog ich im Büro ein und lebte dort. Da hatte ich mein absolutes Hustle-Leben. Wie du dir vorstellen kannst, habe ich eine Menge gelernt und sehr viele Erfahrungen gesammelt, ich habe mich unternehmerisch und spirituell sehr weiterentwickelt. Doch wie bin ich nun in die Schweiz und zu meiner jetzigen Tätigkeit gekommen?
Wie ich schon ganz kurz erwähnt hatte, habe ich während meiner Selbstständigkeit die Liebe meines Lebens getroffen und unsere Wege haben sich miteinander verbunden. Gemeinsame erwarteten wir ein Kind, und während ich ein Monat im Homeoffice war, respektive bei ihr zu Hause, bekamen wir, aus spirituellen und gesundheitlichen Gründen per Hausgeburt!, eine wunderhübsche Tochter Anfang 2022. Nun verhält es sich aber so, dass sich das in der Schweiz abspielte, meine Tochter ist also in der Schweiz geboren und wächst in der Schweiz auf. Ich selbst konnte damit leben, dass ich mal in einem Monat 5.000€ und im nächsten Monat nichts verdiene, mit Familie sieht es aber nun anders aus und die Kosten in der Schweiz und für den Unterhalt nach Schweizer Gesetz und Grundlage, sind mit deutschen Mitteln kaum zu tragen. Deshalb traf ich die Entscheidung, das Unternehmen und Deutschland zu verlassen und mir in der Schweiz, bei meiner Familie, etwas aufzubauen. Im Zuge der letzten Jahre lernte ich, dass man sein Hobby zum Beruf machen sollte, oder in anderen Worten:“Tu das was du liebst und du wirst nie wieder arbeiten müssen“.
Doch was ist das was ich liebe? Wie kann ich aus dem Nichts genug Geld für meine Familie verdienen? Die Antwort ist so einfach wie auch niederschmetternd. Ich musste von vorne anfangen und mir etwas Neues aufbauen, ein stabiles Fundament auf das ich aufbauen kann.
Seit ich klein war, liebe ich es zu Essen und zu Kochen und möchte auch seit über einem Jahrzehnt ein gastronomisches Unternehmen aufbauen, allerdings habe ich darin noch kein Fundament auf das ich aufbauen kann. Ich entschloss mich also, in einer renommierten Küche eine Lehre zu absolvieren, Stabilität in mein Leben zu bringen und mir nebenbei meine Selbstständigkeit aufzubauen.
Nun hab ich also mit frisch gewordenen 25 Jahren eine Ausbildung als Koch EFZ begonnen, in einem beliebten Skigebiet der Schweiz, in einem 5 Sterne Grand Hotel und Spa.
Meine Tochter wächst bei ihrer Mutter auf, welche mir durch ihren Einsatz die Möglichkeit einräumt, mich auf meine Ausbildung und Selbstständigkeit zu konzentrieren.
So kommt es also, dass ich, 6 Jahre später als geplant, doch in der Schweiz gelandet bin, hier wohne und arbeite!
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